Ersame's Rollenspielwelten 

Drachenfeuer

Die Geschichte von der Eroberung des Reiches

 

Vor vielen Zeitaltern soll es ein Königreich gegeben haben, klein aber reich an friedlichen Menschen, gelenkt von einem weisen Königsgeschlecht.

Das Unglück kam in Form eines Magiers über das Land, so mächtig und voller Gier das er in nur einer Nacht die Wälle überrannte, die an den Ränder des Reiches zum Schutz seiner Bürger erreichtet worden waren.

Der Magier brachte wilde Reiter mit, die in den Steppen außerhalb des Reiches lebten wie einstmals auch die Vorfahren des Landes, dessen Bürger sie nun abschlachteten.

Der weise König des Landes, genannt Toran wie all die, die im vorausgegangen waren, benannt nach ihrem Ahnherren sobald sie sich auf dessen Thron setzten, sammelte seine Armee um sich und zog dem durch sein Land wütenden Magier entgegen.

 

Von einem Hügel stürmten die mutigen Männer des Königs herab, gut gerüstet und bewaffnet gegen den Gegner der zwar hoch zu Ross aber spärlich gerüstet, ein leichter Gegner zu sein schien.

Doch als der Herrscher auf der Hügelkuppe erschien richtete sich der Magier hoch auf, auf seinem Reittier und schrie donnernde Worte in der Schlachtgetümmel. Er reckte seine Hand zum Himmel der sich sofort verdunkelte, wie vor einem schrecklichen Sturm.

So plötzlich fiel die Dunkelheit über die Kämpfenden, das sie in ihrem tun einhielten und so hörten alle den kurzen, gequälten Schrei und sahen den König von einem Blitz getroffen von seinem Ross stürzen, während dem Magier, schallend lachend das Blut von dem Arm herablief, der mit geballter Faust in Richtung das Gefallenen gerichtet war.

Als sich nun die Woge der Angreifer über die Königstrauen ergoss wichen dieses Zurück und flohen, nur ein kleiner Kreis mutiger Adeliger stellte sich der Übermacht, um der Leibwache des Königs genug Zeit zu geben, den Gefallenen und sein magisches Schwert in die Sicherheit der Hauptstadt zu bringen.

 

Dort angekommen übergaben die mutigen Männer die sterblichen Überreste des Königs an seinen Sohn, einen Knaben von vielleicht zwölf Jahren und legten ihm das Schwert zu Füßen.

Da wusste das Kind das es nun mehr König war, König eines sterbenden Landes.

So ging das Kind beseelt vom Erbe seines großen Ahnen und redete zu dem Volk, das in der Stadt lebte, berichtete ihm vom Ende des Vaters und der Streitmacht, die noch vor Morgengrauen vor den Toren stehen würde.

Der kleine König wollte seine Volk nicht belügen und so sprach er ehrlich, von Krieg, Leid und Tod und ließ jedem freies Geleit der zu gehen begehrte, doch niemand ging.

Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in der Stadt das fähig war eine Waffe zu halten, ergriff eine solche und stand seinem König bei.

 

Und tatsächlich stellte es sich heraus, das der Junge ein ebenso kluger und mutiger Man zu werden versprach wie sein Vater es gewesen war, und dessen Vater und dessen Vater bis hin zu dem alten König Toran selber.

Er hielt die Stadt 1000 Tage und 1000 Nächte und sicherlich hätten seine Leute auch noch weiter stand gehalten. Doch wenn der König nun durch seine Stadt schritt um im Morgengrauen auf die Zinnen zu steigen und dem Magier auf seine Frage nach Einlass mit einem Nein zu antworten, sah er Hunger, Krankheit und Tot.

Und so stieg er wie jeden Morgen hinauf, doch dieses Mal antwortete er mit Ja.

Er würde die Tore öffnen und sich und seine Familie in die Hände der Barbaren geben, doch nur wenn dafür jeder der die Stadt verlassen wolle, dies unbeschadet tun könnte.

Der Magier schwor und so war es besiegelt, so besiegelt wie das Schicksal der vielen die nicht von der Seite ihre Königs weichen wollten und nicht gingen als sich die Tore für sie öffneten.

 

Der Magier beliebte keine Geiseln zu nehmen, als sich die Tore öffneten fielen seine Barbaren über die her die geblieben waren. Ohne Gnade nahmen sie sich all das, was sie als ihr Recht ansahen und 1000 Tage und 1000 Nächte hatte es nicht so viel Leid in den Mauern der Stadt gegeben.

Dann tötete der Magier die Königsfamilie, er tötete sie nicht nur, er folterte jeden Einzelnen zu Tode.

Den erst vor wenigen Tagen geborenen Bruder des Königs, der sein Vater niemals kennenlernen durfte, nagelte er lebend über den Thorn des Königs, auf dem er selber saß und all dem beiwohnte, genau wie der Kindkönig selber, der den Tod jedes geliebten Familienmitglieds erleben musste, um nach dem qualvollen Ende des Letzten in seinen eigenen Kerker gesperrt zu werden, um dort bis zu seinem frühen Tot, im Wahn vor sich hin zu vegetieren.

 

Nachdem er dies getan hatte und seine Wilden die Plünderung der Stadt beendet hatten, bestellte er die Adligen des Reiches zu sich.

Den wenigen die seinem Ruf folgten, verlangte er ab, jedes Kind der Familie bis zum sechszehnten Geburtstag, zu ihm schicken zu lassen, um fortan als seine Geiseln in der Hauptstadt zu leben, die nun den Namen Caradon tragen würde, das Heim des Drachen.

Die Krieger die ihm folgten hatten schon lange begonnen den Magier den Drachen zu nennen, da er selber nie einen Namen genannte hatte, nannten sie ihn nach der Form des Helmes seiner Rüstung, die einen Drachenkopf zeigte.

Die Adligen die tatsächlich Kinder schickten dürften ihr Land behalten und mussten nun versuchen den Drachen davon zu überzeugen, das sie nun auf seiner Seite waren und so waren gerade die die das Land am besten kannten diejenigen die dem Drachen die Verstecke verrieten in denen sich die letzten Getreuen des alten Königs verbargen.

So begann eine wilde Hatz, den der Drache hatte an seine vier Generäle, seine vier besten Schüler und ebenfalls mächtige Magiewirker, die Order gegeben jedem ihrer Männer zu sagen, das derjenige der am meisten Mitgleider einer der flüchtigen Familie fangen und töten würde, dessen Land zugesprochen bekommen würde.

Es ist nur wenigen gelungen zu entkommen, und doch schafften diese wenigen am Anfang der Regierung des Drachen viel Unruhe zu verbreiten. Noch heute gibt es einige dieser Adeligen vom Hofe König Torans, heute nennt man sie die Rebellen und es heißt, das unter ihnen noch solche Leben, die von Feral abstammen, der den ersten Krieg über die Menschen brachte und dann der treueste Vasall des ersten König Torans wurde, so treu das diese sogar über den Tod des Reiches und des gesammten Königsgeschlechtes reicht.

 

Das Reinigen des Landes durch die Generäle und ihre Männer dauerte etwa ein Jahrhundert an.

In dieser Zeit erzog der Drache die als Geiseln bestellten Kinder. Aber anstatt ihnen böses zu tun, machte er sie zu seinen Schülern. Die die mächtig genug waren, wurden zu den ersten Magiern, aus diesem Grunde nennt man die Magier heute auch Kinder des Drachen.

Die die nicht genug Magie besaßen schickte er zu dem seiner Generäle der sich auf das Schwert am meisten verstand und ließ die Kinder vom diesem erziehen, So endstanden die ersten Drachenritter.

Die Barbaren aber die das Land mit ihrer Kampfesstärke erobert hatten, wurden in dieser Zeit zu Sesshaften, den sie waren vom Drachen auserkoren wurden der neue Adel des Landes zu werden und diejenigen unter ihnen, die die meisten Adeligen aus Torans vergangenem Reich gemordet hatten bekamen die höchsten Titel.

In dieser Zeit schottete der Drache sein Reich von der Umwelt komplett ab. Er zerbrach das Band der Freundschaft, das Jahrhunderte zwischen den Menschen und den Zwergen bestanden hatte und machte ihnen klar, das sie in dem Land des Magiers nicht mehr willkommen waren. Da die Zwerge von je her mit sich und ihren Bergen zufrieden gewesen waren, akzeptierten sie das.

Auch die lukrativen Handelsrouten zu den Farasi waren im Krieg unterbrochen worden und wurden danach nicht wieder aufgenommen.

 

Nach dem das erste Jahrhundert seiner Herrschaft verstrichen war, stand nun eine große Anzahl junger, treuer Magier und Drachenritter an der Seite ihres Herrn.

Nun war dieser bereit den nächsten Schritt zu tun und so brach ein Heer auf in Richtung Mac'tol, der Ewigen, der Festung der Zwerge.

Das Reich des kleinen Volkes war damals noch sehr viel ausgedehnter als es heute ist, bis in die südlichen Täler herunter siedelten die Zwerge.

Da sie es aber von glücklicheren Zeiten gewohnt waren, das die Menschen in großen Gruppen zu ihnen zogen, waren sie zuerst arglos, doch nachdem ihre ersten Hütten brannten waren sie klüger und zogen sich langsam in die Berge zurück, jede Brücke und jede Stiege auf ihrem Weg zerstörend.

So dauerte es fast den ganzen Sommer bis die Armee des Drachen vor den unbezwungenen Toren der Heimstatt der Zwerge standen.

Nach kurzen Scharmützeln war es klar, das es eine lange Belagerung werden würde, doch der Winter nahte und jeder wusste das dieser den Tod für die Belagerer bedeuteten würde.

Eines Morgens als der Drache, wie er es schon ein Jahrhundert zuvor getan hatte, wie jeden Tag an das Tor trat um Einlass zu fordern, trug er ein Bündel mit sich, das sich als die Zwergenkönigin herausstellte.

Zuerst verlachte ihn der Heerführer der Zwerge, da er einen Trick des Magiers vermutete, unmöglich erschien es ihm, das der Magier hinter die Mauern seiner Feste gelangt sein sollte um ausgerechnet die Königin zu erbeuten.

Es dauerte nicht lange, da wussten die Zwerge das sie sich geirrt hatten und die Zwergin in der Gewalt des Drachen tatsächlich ihre Königin war und so öffneten sich die Tore der Ewigen Feste.

 

Es folgte ein Winter der bei den Zwergen noch heute als „Winter der Qualen“ bekannt ist. Der Drache zwang das Volk an die Schmieden und Schmelzen ihrer Heimat um das mächtigste, bekannte Metall den schwarzen Zwergenstahl zu schmieden und daraus Rüstungen und Waffen für seine Ritter zu erschaffen, die Ihresgleichen auf der Welt suchten.

Viele Zwerge ließen in diesem Winter ihr Leben. Sie brachen an ihren Schmieden vor Erschöpfung einfach tot zusammen.

Doch am Ende des Winters hatte der Drache eine Armee wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Gewandet in dunklen Stahl schienen sie unbesiegbar, jeder einzelne von ihnen.

In der Hoffnung das ihre Königin am Ende des Winters aus der Geiselhaft entlassen werden würde, hatten die Zwerge all diese Qualen auf sich genommen, als der Frühling kam und der Drache sich anschickte aufzubrechen mussten sie feststellen, das das Wort des Magiers brüchig war. Vor den Augen ihres Volkes starb die Königin der Zwerge durch die Hand des Drachen.

Ein kluger Schachzug, den wer weiß wie tief die Liebe zu ihrer Königin ist, der weiß auch wie lange das Volk brauchte, um sich von diesem Verlust zu erholen und so hatte der Drache Zeit seine Krieg zu beenden, ohne einen Aufstand im Rücken befürchten zu müssen.

 

Der Magier brach auf und zog die Berge herunter, hernieder zum Silberwald, diesem mystischen Ort, der die Heimat der geheimnisvollen Sha'ro sein soll. Ein Volk von Zauberern, jeder einzelne ein Meister seines Faches.

Als der Drache jedoch am Rand des Waldes ankam, soll sich ein Nebel um die Bäume gelegt haben und als die ersten gerüsteten den Wald betraten, erscheinen sie nach wenigen Schritten erneut am Waldrand, ohne in dem Nebel überhaupt etwas ausgemacht zu haben.

So ging es Tag um Tag, bis der Magier so wütend war, das er einen mächtigen Zauber aussprach, doch auch dieser zerschellte an der Magie des Zaubervolkes.

Seid diesen Tagen hat nie wieder ein Mensch einen Sha'ro gesehen, auch wenn die Zwerge immer wieder behaupten sie hätten noch Kontakt, so ist es doch wahrscheinlich, das der Zauber der ihren Wald schützen sollte, so viel Kraft gebraucht hat, das sich dieses mächtige Volk selber zerstört hat.

Als der Drache einsah das hier auch seine Macht vergeblich war, brach er in wilden Zorn auf, um am Rande des Waldes in der Land der Farasi zu ziehen.

 

 

In der Wüste angekommen mussten die gerüsteten bald bemerken, das es eine Qual war in ihren Panzern durch die Sonne zu ziehen. Zuerst hatten sie jedoch noch die, für die Farasi heilige, Gastfreundschaft auf ihrer Seite. Bevor das Volk der Wüstennomaden gewarnt war, starben viele der ihren, weil sie die falschen Gäste an ihre Feuer einluden.

Nachdem die Kunde auch das entfernteste Zelt erreicht hatte, hielten sich die Stämme von den Fremden fern und da dies ihr Land war, gelang ihnen dies ohne das ihr Leben dabei in Mitleidenschaft gezogen wäre.

Das erzürnte den Drachen erneut so sehr, das er seinen Leuten befahl jeden Brunnen und jede Quelle zu vergiften, jedes Grün das sie auf ihrem Weg passierten wurde zerstört und unbrauchbar gemacht.

Bald mussten die Ältesten der Farasi einsehen, das sie einem Kampf nicht aus dem Weg gehen konnten und zogen ihre Krieger zusammen um den Drachen, der entlang der Berge zog zu stellen.

Das große Feld auf dem die gewaltige Schlacht entbrannte, wird noch heute von den Farasi „Blutfeld“ genannt und von ihnen gemieden wie ein Seuchenpfuhl.

Mächtige Rüstungen und Waffen waren jedoch den wendigen, berittenen Farasi, die träumerisch sicher mit ihren Waffen umgehen konnten nicht gewachsen.

Doch während einer seiner Männer nach dem anderen blutend auf dem Schlachtfeld, von tausend Säbelstichen durchbohrt sanken, lachte der Drache nur und schien sich an dem Anblick von Schmerz und Tot zu erfreuen.

Dann als es so aussah als würden die Reihen seine Ritter einbrechen, begann er einen Zauber zu wirken.

Sofort stiegen Nebelschwaden zwischen den Kämpfern auf, bald war die Sicht verhangen. Eine unheimliche Kälte drang in die Glieder der Kämpfenden auf beiden Seiten. Die Sonne verdunkelte sich, es blieb nur ein dunstiges Glimmen und trotzdem tobte die Schlacht weiter.

Dann erhoben sich plötzlich die Gefallenen beider Seiten von ihrem kalten Totenbett und führten die Waffen für den Drachen.

Die sonst so abergläubischen Farasi aber hielten ihre Reihen und kämpften verbissen gegen Feind und gefallenen Bruder, bis die Ältesten der Stämme einsehen mussten, das sie kapitulieren mussten, wenn sie nicht die Existenz ihres Volkes auf das Spiel setzten wollten.

Und so ergaben sich die Farasi und schworen dem Magier treue. Nach den alten Sitten der Farasi schworen sie den höchsten Schwur den sie kennen, dem Drachen treue Gefolgsleute zu sein, bis das das Meer sich rot färbe, während das heilige Auge des Einen am himmlischen Zenit stehen würde.

Der Tyrann nahm den Schwur an und verschonte die Überlebenden, jedoch nicht ohne die besten jungen Männer und die edelsten Tiere der Farasi als Kriegsbeute mit sich zu nehmen. Eine weitere Demütigung für die stolzen Krieger.

Die jungen Männer die der Drache stahl wurden zu den ersten Bestienmeistern ihres neuen Herrn. Die geraubten Pferde wurden durch Kreuzungen mit Bestienpferden zu den Nachtmahren die die Drachenritter heute reiten. Die Falken zu den Greifern, die Vögel die fast so groß wie Adler sind sehen für ihre Herren die Beute am Boden und ihre stählernen Krallen haben schon manch einem unschuldigen Opfer das Leben entrissen. Die Hunde wurden zu Bluthunden, den riesigen, blutrünstigen Bestien die noch nie eine Fährte verloren haben und noch nie einem Kampf.

 

Nachdem der Drache in seine Hauptstadt zurück gekehrt war, war er der uneingeschränkte Herr des bekannten Landes und ist es bis heute, gut tausend Jahre nach der Eroberung des Reiches König Torans.

Einzig die Nor hat er ihren eigenen Kriegen überlassen, da ihre Inseln im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt sind, um einen nutzen zu bringen. Und die Riesen die dort leben, sich seid Jahrhunderten nicht um die Außenwelt gekümmert haben.