Ersame's Rollenspielwelten 

Caradon

Caradon ist ein Moloch von einer Stadt. Mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern ist sie weit aus großer als jede andere Metropole der bekannten Welt. Die vier großen Provinzstädte z.B bieten etwa 100.000 Bewohnern Platz.

Caradon ist aus der Ferne eine schöne Stadt, sie wurde zum größten Teil geplant errichtet und der innere und der mittlere Ring sind geometrische Meisterleistungen.

Zu Zeiten König Torans gab es nur den inneren Ring, der heute dem Hochadel und der Magierstadt vorbehalten ist. Erst der Drache ließ dann den mittleren und als die Bevölkerungsdichte immer mehr zunahm, den äußeren Ring bauen. Caradon ist die älteste Stadt der Menschen, ihre ersten Grundmauern wurden vor mehr als 3000 Jahren errichtet.

 

Die Stadt wurde um die Caer Caradyn, ein riesiger Berg aus schwarzem Stein, herum gebaut. Die Spitze dient als Sitz des Drachen. An klaren Tagen Kann man hoch oben die Öffnungen im Fels erspähen und in mancher Nacht scheint ein rotes, unheilvolles Licht aus diesen.

Allgemein wird die schwarze Nadelspitze mitten in der Stadt, gerne ignoriert, da der Anblick selbst aus weiter Entfernung ein ungutes Gefühl auslöst.

Warum schon König Toran um diesem unangenehmen Ort bauen ließ ist nicht klar, zum Drachen allerdings passt sein schwarzes Domizil.

 

Der Aufgang zur Behausung des Drachen ist durch gewaltige Tore versperrt.

Das Erste dieser Tore führt in einen riesigen Vorhof, „Die Schleuse“ genannt. Von diesem zweigen weitere Tore links in die Magierstadt und rechts ins Viertel des Hochadels ab.

Bleibt man jedoch auf dem geraden Weg versperrt ein weiteres Tor den Weg zum Drachenturm. Das Eingangstor zur Schleuse ist Tag und Nacht von Eliteeinheiten der Stadtwache bewacht.

Vor dem zweiten Tor, halten die Magier genauso gewissenhaft Wacht, wie die Stadtwache am ersten.

Durchschreitet man dieses zweite Tor betritt man den Aufstieg hinauf zur Spitze, der nur aus einem schmalen Grad um den Berg herum besteht. Der Weg hinauf wird von unmenschlichen Kreaturen aus alter Zeit bewacht, die weder Hunger, noch Durst, noch Schmerz, noch Angst kennen, sondern nur den Hass auf jeden der sich ihnen nähert.

 

Wendet man sich nach dem ersten Tor nach links, gelangt man, wenn man Magier ist, in die Magierstadt. Jedes Kind im Land weiß, das diese Schwele nur überschreiten kann, wer ein magier ist.

Geführt wird dieser Staat im Staat von der Magna Magistrix Sölva, der Herrin der Magie. Sie steht in dem Ruf, sanft und weise zu sein, sie führt die ihren schon seid über 400 Jahren an.

Die Gesellschaft der Magier ist in Schulen eingeteilt, zu denen sich die Magier zugehörig fühlen, jede dieser Schulen hat einen Herrn, der für die Magier dieser Schule spricht.

Die Herrn der hohen Schulen der Magie sind sehr mächtig und sehr bekannt, die der niederen Schulen nicht so sehr zumindest nicht beim einfachen Volk.

 

Durchschreitet man das erste Tor zur rechten Seite, kommt man in den Teil in dem der Hochadel seine residiert. Riesige Paläste, mit gewaltigen Grundstücken, nennen sie hier ihr eigen.

Es gibt im Adeligenviertel durchaus einige Geschäfte, Lokale, ein Opernhaus, Theater, ein Zoo, in dem nicht nur exotische Tiere aus allen Teilen der bekannten Welt zu sehen, sondern auch Bestien, magische Tiere wie Wolflinge und Greifen, die teilweise Weltbekannt sind,

Im Prinzip handelt es sich um ein Dorf für super Reiche, jeder kennt sich und selbst die Stadtwache, die jederzeit über die Sicherheit wacht benimmt sich kultivierter als so mach ein Baron vom Lande. Einlass in diesen Teil der Stadt gewährt man nur wer Adelig ist, wer ein Magiermal trägt, ein Hauptmann der Ritter ist oder einen entsprechenden Passierschein besitzt.

Der mittlere Kreis der Stadt, ist von beiden Seiten von einer hohen Mauer begrenzt, das macht Wohnraum teuer und das obwohl die Grundstücke, die zu den einzelnen Häusern gehören, um einiges kleiner sind als die im viertel des Hochadels. Ab und an fehlt ein Grundstück sogar ganz und die Häuser sind Mauer an Mauer erbaut. Der Kreis ist durch Mauern in drei Teile geteilt.

 

Tritt man von der Schleuse durch das äußere Tor gelangt man in das kleine Adeligenviertel. Hier wohnt, anderes als im Viertel des Hochadels, nicht ausschließlich Mitglieder des Adels, man findet hier ebenfalls Drachenritter, Magier, die Familie haben, die nicht zu den Magier zählt und deswegen nicht in der Magierstadt leben darf und vereinzelnd auch die reichsten und angesehensten der Händler und Handwerker. Hier ein Haus sein eigenen zu nennen, kann das Ansehen eines solchen um einiges anheben.

Das kleine Adeligenviertel ist mit dem Rest der Stadt nur durch ein Tor verbunden. Wie jedes andere Tor in der Stadt wird auch dieses Tag und Nacht bewacht. Nicht jeder darf durch dieses Tor, selbst bei Trägern und einfachen Arbeitern wird darauf geachtet, das sie nicht völlig verlottert aussehen. Bautrupps gehen nur geschlossen zu ihrer Arbeit und verlassen das Baugelände bis zum Abend nicht. Es gibt im Adeligenviertel ein paar Märkte, doch ausschließlich für Luxusartikel, die nicht verderblich sind (Stoffe, Schmuck usw). Betteln ist hier bei Strafe verboten.

 

Das größte Viertel im mittleren Ring ist das Handelsviertel, hier stehen nicht nur die prächtigen Stadthäuser der reichen Handelsfamilien und ihre Geschäftsräume, hier wohnt und arbeitet auch ein großteils der Beamtenschaft der Stadt und somit gibt es hier so manch ein Regierungsgebäude. Natürlich aber gibt es hier vor allem die Märkte für die Caradon so berühmt ist und von denen man mit Fug und Recht behaupten kann, das man hier mit dem nötigen Kleingeld, alles kaufen kann was das Herz begehrt.

Je höher gestellt die Person ist, desto mehr achtet sie auf die eigene Hygiene und die um sich herum, sowie auf die Güte seiner Nahrung. Aus diesem Grund gibt es auch im gesamten mittleren Ring öffentliche Toiletten und Badehäuser, und natürlich verfügt die ganze Stadt (ausgenommen die Slums) über eine weit verzweigte Kanalisation.

Im Handelsviertel steht auch die Hauptkaserne der Stadtwache, ein hässlicher schwarzer Kasten, das dazu gehörige Gelände ist riesig und mit einer hohen Mauer umgeben. Hier verbringen die Drachenritteranwärter und die Scholaren (die jungen Magier) das erste Jahr ihrer Ausbildung.

 

Der kleinste aber produktivste Teil des mittleren Rings ist das Handwerkerviertel. Hier haben die „sauberen“ Handwerke ihre Arbeitsstätten. Zu den sauberen Handwerken gehören, die Schmiede, Schneider, Töpfer usw. Zu den sogenannten schmutzigen Handwerken gehören nicht etwa Diebstahl und Prostitution sondern Berufe wie Wäscher, Gerber usw. Diese findet man genau wie die Viehpferche im Hafenviertel.

Natürlich leben viele Handwerker in oder über ihren Läden und so tun das auch die vielen Gesellen, und Lehrlinge. Die einfachen Arbeiter jedoch, die Träger und Heizer und Knechte verlassen zum Größenteil Abends den Stadtteil und gehen hinunter in eines der Arbeiterviertel.

 

Im Handwerksviertel steht auch der Hafen Caradons, den die Drachenträne der gewaltige Fluss der quer durch das Land fließt, ist ein gut nutzbarer Transportweg und so gibt es eine große Flußschiffarts „Industrie“ die Güter schnell durch das Land befördert.

Wie alle Seemänner sind auch die Flussschiffer ein recht rauer Haufen, deswegen sorgt die Stadtwache gerne dafür, das sie sich nicht zu sehr unter das Volk mischen. So hat sich am Hafen eine für die Stadtbewohner sehr exotische raue Welt gebildet, in der es viele kleine Spelunken, Tagesunterkünfte und Hurenhäuser gibt.

 

Anderes als das kleine Adeligenviertel, dessen Tore nur hinauf zur Schleuse oder ins Handelsviertel führen, sind das Händlerviertel und das Handwerksviertel nicht nur untereinander mit einem Tor verbunden, sondern beide auch mit dem unteren Ring.

Der dritte Ring von Caradon, ebenfalls umgeben von zwei starken Mauern zu beiden Seiten, ist ein komplett durchgeplantes Gebiet. Kein Haus, keine Hütte und kein Garten steht hier an einem Ort an dem es nicht geplant war. Als die Stadt Caradon vor vielen Jahrhunderten so groß wurde, das klar war, das noch Außen expandiert werden musste, ordnete der Drache an es gleich richtig zu machen. Etwa 50 Jahre hat es gebracht bis die Pläne für das Viertel wie es nun ist fertig gestellt wurden und noch einmal etwa 100 Jahre ein Großteil des neuen Ringes aufgebaut war.

Der untere Ring umfasst eine riesige Landmaße. Viele Bauernhöfe, Wälder und andere Infrastruktur mussten weichen, um das gigantische Projekt zusende zu bringen. Doch der Drache plant nicht in Jahrzehnten, er wusste das das Wachstum Caradons anhalten würde. Noch heute gibt es viele „wilde“ Ecken in diesem Teil der Stadt. Land das noch nicht freigegeben ist und deswegen noch nicht bebaut ist. Jedes Jahr wird ein wenig mehr Grund zur Bebauung frei gegeben, immer genug um dem immer noch anhaltenden Wachstum der Stadt gerecht zu werden. Trotzdem gibt es sie noch, die grünen Flächen innerhalb der Stadt, in denen man sich teilweise fühlen kann, als wäre man irgendwo in der Wildnis außerhalb der Stadt.

 

Die beiden Arbeiterviertel, im Osten und Westen der Stadt, unterscheiden sich nicht all zu sehr. Hier gibt es eben alles was man als einfacher Arbeiter brauchen kann. Krämer, die Nahrung verkaufen, Schneider, Schuster, Hutmacher und auch Kesselflicker, Gewerke die Dinge für den kleinen Mann herstellen.

Das Leben hier ist recht hart, nicht weil die Gewalt allzu gegenwärtig wäre sondern eher weil die Arbeit, der meisten hier von schwerer körperlicher Art ist und noch dazu teilweise entsprechend schlecht bezahlt. Viele der Arbeiter haben keine festen Anstellungen, ist die Auftragslage eines Arbeitgebers schlecht, dann ist der Arbeiter ohne Arbeit.

Das Leben dieser Menschen ist einfach, sie beginnen früh zu arbeiten, heiraten früh, bekommen früh viele Kinder, von denen wenige die Kindheit überleben, und sterben früh. Ein Mensch der Unterschicht in Caradon hat eine Lebenserwartung von etwa 40 Jahren, was gut 5 Jahre weniger sind als auf dem Land.

Während ihres Lebens trinken sie viel und essen wenig. Was aber nicht heißt das die Großzahl der Menschen unzufrieden wären. Es ist eben so. Es geht den Nachbarn ja nicht anderes.

Wer allerdings Glück hat oder viel Talent oder einfach nur ein Ziel, der hat einige Möglichkeiten hier auszubrechen.

Zur Stadtwache zu gehen ist eine dieser Möglichkeiten oder einen Lehrherren zu finden, der das Talent erkennt. Selten schaffen es die Menschen aus diesem Viertel jung genug, genug Geld zusammen zu sparen, um das Lehrgeld zahlen zu können, das ein Meister verlangt. Väter die ihre Familie sehr zugetan sind, fangen oft schon früh zu sparen an, um wenigstens einem seiner Kinder eine solche Chance zu bieten.

Der größte Traum im Arbeiterviertel ist es jedoch ein Kind mit Begabung zu haben und es bei der Prüfung vor Sölva und den anderen Magni Magister bestehen zu sehen.

Die Arbeiterviertel sind deutlich dreckiger als die Viertel im mittleren Ring, öffentliche Toiletten und Badehäuser sucht man hier vergeblich. Allgemein hält man Waschen für unklug, da man dadurch eher krank wird, so zumindest ist die allgemeine Meinung. Hier stört es auch niemand wenn der Nachttopf auf die Straße geleert wird oder sich jemand einfach kurz hinhockt.

Verbrechen ist hier allgegenwärtig, so allgegenwärtig, das der normale Bewohner in die Regeln die hier bestehen geradezu hinein geboren wird und selten Probleme durch die vielen Diebesgilden, Kinderbanden oder Bettler und was auch immer sonst noch Geld verdient ohne dabei „anständig“ zu Arbeiten, hat.

Mehr Probleme haben da die Selbstständigen, die die ein eigenes kleines Geschäft besitzen. Es gibt ein Schutzgeld System bei dem unter anderen die Stadtwachen gut mit verdienen. Zwar sind nicht alle Stadtwachen bestechlich oder gar beteiligt, aber selten ist dieses Art sich etwas dazu zu verdienen nicht und das obwohl die Stadtwache zu den Besserverdienern gehört.

 

Durch das Hafenviertel, das zwischen dem Arbeiterviertel im Osten und dem im Westen liegt, fließt die gewaltige DrachentränneIm, sie ist ein gut nutzbarer Transportweg und so gibt es eine große Flußschiffartsindustrie die Güter schnell durch das Land befördert.

Wie alle Seemänner sind auch die Flussschiffer ein recht rauer Haufen, deswegen sorgt die Stadtwache gerne dafür, das sie sich nicht zu sehr unter das Volk mischen. So hat sich am Hafen eine für die Stadtbewohner sehr exotische raue Welt gebildet, in der es viele kleine Spelunken, Tagesunterkünfte und Hurenhäuser gibt.

Im Hafenviertel befinden sich auch unzählige Lager der Händler, diese liegen abseits der rauen Gegend am Fluss. Die Gegend ist kaum bewohnt, sondern bietet wie der Name schon sagt, den vielen Händlern in der Stadt eine Möglichkeit ihre Waren zu lagern, da der Raum im mittleren Kreis begrenzt und teuer ist. Außerdem bildet hier die Drachenträne unzählige kleine Nebenarme, so das viele Viehhändler ihre Stallungen hier haben und auch die „schmutzigen“ Handwerke hier angesiedelt sind.

 

Als letztes zu erwähnen wären die Slums. Ein in sich abgeschnittener Bereich umgeben von vier Mauern, in das hinein nur zwei gut bewachte Tore führen. Ein heraus gibt es aus diesen Mauern nur für die wenigsten.

Kurz gesagt es gibt dort drin, nichts warum es sich dort zu leben lohnt.

Die Slums werden als Müllhalde der Stadt benutzt und seine Bewohner sind nichts mehr als in Lumpen gehüllte Wilde. Es gibt dort keinen Handel, kein Geld, keine festen Häuser, keine Stadtwache, keine Gesetze. Es ist bekannt das sich die Menschen dort in Banden zusammenschließen und viele praktizieren Menschenjagden auf andere Banden an deren Ende natürlich das Essen der gejagten steht.

Hierher werden auch Verbrecher verbracht, die eigentlich die Todesstrafe vor Augen hatten, deren Familie den Täter aber lieber leiden lassen wollte.

Ungeschicklichkeit etwas aus der Hand und jemand anderes ungünstig auf. Auch bei hohen Schulden die nicht bezahlt werden können, kann es sein das der Kläger nach einer härteren Strafe verlangt, als es die Sklaverei ist, in die Schuldner normal geraten, wenn sie nicht bezahlen können.

 

Ein weiterer wichtiger Teil der Stadt, auch wenn er nicht wirklich zur Stadt gehört, ist der Jahrmarkt. Ein ständige Ansammlung von fahrendem Volk vor dem Westtor der Stadt. Wann genau diese Zeltstadt wirklich entstand ist, ist nicht genau niedergelegt, vermutlich irgendwann zu der Zeit in der, mit dem Bau der äußeren Stadtmauer begonnen wurde und hunderte von Arbeitern Richtung Stadt zogen, in den Hoffnung auf Arbeit.

Generell ist es so, das zum Ende des Herbstes viele Schausteller Familien in Richtung Hauptstadt ziehen um vor den Toren Caradons zu überwintern. Irgendwann sind jedoch einige Familien gar nicht mehr los gezogen und bilden seid dem den festen Kern, der das ganze Jahr über hier lagernden Schausteller.

In die Stadt ziehen und ihre Wagen verlassen, wollen sie jedoch auch nicht, den immer noch sind sie Schausteller und kleiden und verhalten sich auch so. Die meist etwas bräunliche Haut des fahrenden Volkes trägt zur Erkennung bei und auch in einer großen Stadt wie Caradon weiß man vom schlechten Einfluss von Schaustellern, von ihrem fast manischen Drang zu stehlen, zu betrügen und Frauen und Männer zu verführen.

Allerdings wenn man aus der Stadt zu ihnen kommt, auch wenn es nur ein paar hundert Meter und eine dicke Mauer Abstand sind, um mit ihnen zu feiern und ihre Possen mit Anzusehen, dann sind sie durchaus willkommen, dort wo sie sind.